Das starke Brausen in der Stille des Herzens

Bericht vom Sommercamp 2026.

In Seefeld am Jadebusen kamen zum zweiten Sommercamp der Ridhwan Stiftung 80 Teilnehmer aus zehn Gruppen vom 15. bis 19. Juli zusammen. In Vorträgen am Vormittag, Workshops am Nachmittag und Zusammensein am Abend ging es um das Thema Lebensenergie und Lebendigkeit.

Im sonnigen Seefeld ging es um Energie, genauer um Shakti, ein Wort das manchen aus dem Hinduismus geläufig ist als weibliche Energie, Urkraft und Lebendigkeit. In drei Vorträgen am Vormittag blätterten die Lehrerinnen auf, was Hameed vor Jahren nur in Europa, in einem seiner Sommerretreats gelehrt hat.

Gruppeninquiry im Garten

Shakti, jene kraftvolle lebendige Energie, ist verwandt mit dem Chi, dem Prana im Yoga und sanfter wie die Kundalini. Und die Frage dazu lautet: Wie erfahre ich innere Lebendigkeit? Was auch immer der Auslöser im Außen sein mag: Wie ist meine innere Resonanz?

Shakti ist zugleich eine Kraft, die zunächst mit Emotionen verbunden ist, mit alten Erfahrungen verknüpft sein kann und sich in den Zentren jeweils zeigt als unfrei, gebunden oder schon fließend und frei. Welche Energien schlummern wo in mir? Welche Energie zieht mich ins Negative, welche in die Leichtigkeit? Die Kunst dabei ist, die verschiedenen Energien und darin schwingenden Emotionen zuzulassen, mit der Intensität zu spielen und sie in mein System einzuladen.

Narben der Schönheit

So ging es etwa zu einer Übung zu zweit hinaus, in der beide schweigend und gemeinsam Ausschau halten nach dem Schönen, das jeder und jedem begegnet. Mir war so, als zeigten sich alle Bäume im Garten von Seefeld, teils geschunden vom Wind, teils mit alten Narben in ihrer Schönheit, weil sich ihre Leben mit Brüchen und Abbrüchen so transparent und unschuldig zeigen. Das Schöne, nicht nur in der Natur, ist die ganze unverblümte Wahrheit, die offenliegt.

Über diese Erfahrung und den Fluss der eigenen Essenz tauschten sich alle Teilnehmenden aus in einer anschließenden Runde von Statements, an deren Ende ein Vers Rumis wie ein Mantra gesungen wurde Lass die Schönheit, die wir lieben, das sein, was wir sind, musikalisch unterstützt von Michaela & Mike.

2028 in den Süden

In den Workshops am Nachmittag teilten sich die Teilnehmenden auf: Yoga Neugierige arbeiteten mit Körperenergie konkret in fließenden Bewegungen (Vinyasas), Körperhaltungen (Asanas) und Atemtechniken (Pranayamas). Im Malraum konnte man sich sinnlich seiner Kreativität hingeben und sich dabei selbst vergessen, andere verbanden sich im Klang, indem ein jeder ein Schlagwerk seiner Wahl greift, probiert, sich einbringt und zugleich dem Klangbild der Gruppe folgt. Ein Geben und Nehmen, ein Hören und Schlagwerken. Wieder andere gingen der Sprache des Herzens nach, wie sie sich als Poesie in Stimme, Worte und Sprache äußert. Und eine Meditation der vier Himmelsrichtungen gab es auch.

Das Wetter war freundlich, die Küche köstlich, Menschen aus den verschiedenen Gruppen lernten sich kennen, und die Abende endeten mit Bewegung und Tanz. In zwei Jahren, im Juli 2028 zieht die Ridhwan Stiftung mit dem Sommercamp in den Süden und trifft sich von Do 12.07. bis So 16.07.2028 im Gut Helmeringen in Lauingen (Donau) bei Ulm.

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