Was ist „Sein“?
Lehren des Diamond Approach über das Sein.
Siehe auch
>> Göttliches Sein
>> Höchstes Sein
Und wir sollten uns immer daran erinnern, dass es viele Dimensionen des Seins gibt, so dass es im Diamond Approach möglich ist, dass wir es zunächst als reines Sein erfahren. In meiner Erfahrung erschien es zuerst als das göttliche Sein, dann als das höchste Sein, gefolgt vom namenlosen Sein, vom absoluten, danach vom nondualen und dann vom nicht-lokalisierten Sein. Ein jedes von ihnen ist geheimnisvoller als das andere.
Wenn wir zum absoluten Sein kommen, verlieren wir bereits jede Möglichkeit, eine Position zu ihm zu beziehen. Und wenn wir mit der Zeit zum nicht-lokalisierten Sein kommen, hat der Verstand überhaupt nichts mehr, woran er sich festhalten kann. Das öffnet die Entfaltung wirklich und erlaubt ihr, völlig unbegrenzt zu sein. Denn das Sein ist unendlich, wie Gurdjieff deutlich machte, als er das Sein »seine Unendlichkeit« nannte. Anstatt »seine Majestät« zu sagen, sagte er »seine Unendlichkeit«.
Wir müssen verstehen, dass es wirklich kein Ende gibt. So ist es auch mit dem kabbalistischen Ain Soph. Manche interpretieren es als »das Unendliche«, aber die wörtliche Bedeutung ist »kein Ende«.
Wenn wir uns wirklich in Ruhe lassen, uns entspannen und einfach sind, dann ist das, was da ist, das Sein selbst. Wir sehen: „Das ist es, was ich liebe.“ Wenn wir das erkennen, dann kommen wir der Wahrheit sehr nahe, denn das absolute Mysterium ist nichts anderes als die Natur dieser Gegenwart.
Wenn wir uns selbst lieben, dann können wir unser Wesen lieben, die Tatsache unseres Daseins, die Tatsache unserer Existenz, die Wirklichkeit unseres Seins – dass wir existieren, dass wir sind. Das ist etwas Grundlegendes.
Es läuft darauf hinaus, unsere Essenz zu lieben, denn wenn wir sind, dann sind wir unsere Essenz. Wenn wir dahin kommen, unsere Essenz zu lieben – und wir lieben sie, weil wir sie ohnehin schon lieben – dann erkennen wir irgendwann auch, dass wir sie lieben. Und wenn wir das sehen, dann erkennen wir sie als das, was sie ist. Wenn wir ihre Schönheit und Köstlichkeit erkennen, das ist das Sein – und das ist das Parfüm des Geliebten.
A. H. Almaas „Liebe – Die Essenz des erwachten Herzens, Seite 150
