„Essenz ist unsere wahre Natur, wenn wir entspannt und authentisch sind. Sie ist das, was wir in unserem ursprünglichen und unverfälschten Wesen sind.“

- A.H. Almaas

Was ist „Essenz“?

Lehren des Diamond Approach zu: „Essenz“

„Wenn wir den Grund der Seele als reine Präsenz des Bewusstseins erfahren, erfahren wir unser wahres Wesen, unsere Essenz. Essenz und Seele begegnen sich als reines Bewusstsein.“ — A. H. Almaas

Essenz ist die wahre Natur dessen, wer wir sind, wenn wir entspannt und authentisch sind – wenn wir nicht – sei es bewusst oder unbewusst – vorgeben, auf eine bestimmte Weise zu sein. Sie ist die Wahrheit unserer eigentlichen Präsenz, die Reinheit unseres Bewusstseins und Gewahrseins. Sie ist das, was wir in unserem ursprünglichen und unverfälschten So-Sein sind: die tiefste Kernwirklichkeit unserer Seele. Essenz ist die authentische Präsenz unseres Seins; sie ist, genau genommen, das Sein in seinem So-Sein.

Was unterscheidet nun essentielle Substanz von den anderen Arten von Erfahrung? Im 1. Kapitel haben wir Essenz aus der Perspektive von Präsenz und aus der tieferen Perspektive von Existenz diskutiert. Essenz und Existenz sind dasselbe. Die essentielle Substanz erfährt man in ihrem tiefsten Wesen als Existenz. Diese Ebene der Erfahrung ist so tief und bedeutsam, so voll und geladen mit lebendiger Bedeutsamkeit, so bewegend und so mächtig, dass es nicht möglich ist, sie mit Worten zu vermitteln. Worte können manche der Aspekte der Erfahrung beschreiben, aber letztlich nicht die ganze Bedeutung vermitteln. Worte können jemandem die Erfahrung vermitteln, der sie schon gehabt hat oder gerade kurz davor ist, sie zu haben, aber nicht jemandem, der nicht weiß.

Die in spiritueller Literatur übliche Ansicht, dass man über das Sein nicht sprechen und es nicht beschreiben kann, ist nicht ganz richtig. Man kann Essenz beschreiben, wie irgend etwas anderes, mit Worten und Bildern. Das heißt nicht, dass jemand, der die Erfahrung nicht gehabt hat, die Beschreibung versteht. Jemand aber der die Erfahrung kennt, versteht leicht, worauf die Beschreibung sich bezieht. Aber das gilt für alles, nicht nur für Essenz.

Almaas, A.H. (1986) Essenz, Arbor Verlag, S. 92