Von Maren Schilling
Vom 28.12.25 bis zum 03.01.26 kamen 26 Ridhwanis im Seminarhaus Lindenhof bei Tuttlingen zusammen, um selbstgeleitet den Jahreswechsel in Gemeinschaft zu erleben. Ein Raum, um das anzuwenden, was wir in unseren Retreats lernen, uns auszurichten, miteinander zu inquiern und zu feiern. Es waren bei diesem zum dritten Mal stattfindenden Jahreswechsel Teilnehmer aus 11 Ridhwan-Gruppen, das Spektrum reichte von EU2/3 und 4 über RAD 1 und 2, DHE 2 bis 4, DHO1 bis hin zu den zwei Wochenendgruppen (DAWID). Entstanden aus der Stille danach, geben die nachstehenden Zeilen den Geschmack und Duft einer für uns alle beeindruckenden Erfahrung wieder.
Ein Erfahrungs-Bild von Maren Schilling
Ein Experiment? 26 Menschen treffen sich im Seminarhaus Lindenhof, abgeschieden mitten im Wald. Ich fühle mich gleich zu Hause, die unaufdringliche Präsenz und herzliche Gastfreundschaft laden dazu ein. Autos werden entleert, Verpacktes ins Haus getragen, darunter Musikinstrumente. Gedämpfte Aufgeregtheit ist zu spüren, ist es Vorfreude?
Erstes Kennlernen und da ist gleich Vertrautheit. Niemand ist mir fremd, obschon ich manche das erste Mal treffe. Eine gute Struktur, vorbereitet von Claudia, Carmen, Michaela und Mike, dem Orgateam, bildet das Netz, in dem alles weitere geschieht, indem wir die gemeinsamen Tage gestalten und erleben dürfen.
Mit einer Morgenmeditation, ob sitzend oder tanzend, lassen wir uns in den Tag hineinrufen. Beim Frühstück tauschen wir uns persönlich aus, lernen uns kennen. Es gibt einen Plan, der uns einen Tagesablauf offeriert, Möglichkeiten, die wir ergreifen können oder nicht. Nichts muss, aber es darf, ist die Devise.
Der Tag modelliert sich wie von selbst, aus den Angeboten, die ich wahrnehme, aus den persönlichen Begegnungen und Gesprächen und den Momenten des Alleinseins und des Rückzuges. Die vermummten Gegenstände, Dinge, die im Koffer verstaut waren oder auf dem Laptop gespeichert sind, werden ausgepackt und kommen zum Einsatz, und so füllt sich der Tagesplan recht schnell mit unterschiedlichen, wunderbaren und aufregenden Angeboten, die von uns allen eingebracht werden. Musikalisch liebevoll begleitet werden die Gruppentreffen von Michaela und Mike. Jeder gibt sein Bestes und trifft auf offene Herzen.
Ich selbst habe gerade einen Trauerfall zu bewältigen und es ist schön, diese Erfahrung mit zugewandten Personen zu teilen und zu hören, wie sie eine solche Situation erlebt haben. Das tröstet und hebt den persönlichen Schmerz in etwas Allgemeines, Kollektives, wo er gut aufgehoben ist. Alles darf sein und noch vieles mehr, was in dem gemeinsamen Feld von Wohlwollen und gegenseitiger Rücksichtnahme gehalten wird.
Am Nachmittag ein neues Format „Gruppen-Inquiry“, für mich ungewohnt, aber interessant. Wir kommen uns näher, wachsen als Gruppe zusammen, so selbstverständlich und natürlich, als hätte das Schicksal uns zusammengeführt. Für alle Fälle gibt es sogar zwei Teilnehmer, die anbieten, bei auftauchenden Konflikten zu unterstützen, der Raum ist allseits gesichert. So verbringen wir die schönen Tage, in schneebedeckter Landschaft, gehen manchmal in die Tiefe, kommen vielleicht an unsere Grenzen, halten uns gegenseitig, tanzen und feiern das Leben.
Zum Jahreswechsel gestaltet sich ein buntes Programm, bei dem einzelne von uns, ihre „beste Seite“ zeigen oder sich einfach mal ausprobieren, berührend und inspirierend, ein offener Raum, für jeden, der es wagen will. Daneben viele andere anregende Gelegenheiten und Rituale, um das alte Jahr zu verabschieden und sich dem Neuen bewusst zuzuwenden.
So entsteht etwa eine gemeinschaftliche Tonskulptur durch Kneten, Rollen und Schieben vieler Hände. Tarot-Karten werden befragt, am Feuer kann Altes verbrannt werden. Wir trinken und schmecken bitter-erdigen Kakao zu einer Zeremonie und vertiefen darin unsere Wünsche für das Neue Jahr.
Ich habe während dieser Woche die vielfältigen Angebote dankbar angenommen und bin der Einladung gefolgt darin meinem Eigenen zu begegnet.
Würde ich ein Bild malen von diesen Tagen, wäre es leuchtend, leicht und kompakt zugleich. Tanzend würden raumgreifende Bewegungen voll Lebendigkeit und Lebensfreude in das Neue Jahr hinein streben. Könnte ich Musik komponieren, wäre sie mit einem kaum hörbaren Grundton unterlegt, tief und warm, von wo aus alle Töne sich erheben könnten zu einer gemeinsamen symphonischen Melodie.
Wir sind alle auf dem gleichen Weg und gehen in die gleiche Richtung, das war im Lindenhof eine starke Erfahrung. Und so wie wir alle angekommen waren, haben wir uns auch wieder gelöst, angefüllt und bereit für das vor uns liegende, frische Jahr.
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Wir dürfen auch zum nächsten Jahreswechsel wieder Gast im Lindenhof sein und wer Interesse hat teilzunehmen, darf sich bei Claudia unter folgender Email melden.
Infos zum Seminarhaus: www.seminarhauslindenhof.de





