Was ist der „Körper“?
Lehren des Diamond Approach über den Körper.
Der nächste Schritt, und das ist der schwierigste, ist zu erkennen, was der Körper ist. Im Grunde genommen sehen wir, dass wir die Göttlichkeit selbst sind. Und wir sind auch eine bestimmte Verdichtung aus ihr heraus, die zu einem Körper aus Licht wird. Wir erkennen, dass der Körper selbst Licht ist; er ist diese göttliche Liebe, aber in einer ganz bestimmten Form. Wir sehen also, dass wir zu Beginn, wenn wir noch mit dem Körper identifiziert sind, nicht mit dem wahren Körper identifiziert sind. Wir sind mit einem Bild identifiziert, das wir vom Körper entwickelt haben. Wir wissen nicht einmal, was der wahre Körper ist. Wenn wir uns von diesem mentalen Konstrukt, dieser Geschichte, die wir über den Körper entwickelt haben, befreien, beginnen wir zu erfahren, was der Körper wirklich ist – ein Körper aus Licht. Denn wenn wir wissen, dass alles Licht ist, dann erkennen wir auch, dass sogar unser Körper Licht ist.
Es ist sehr schwierig für die Menschen, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, weil unsere gewohnte Erfahrung mit dem Körper so physisch ist. Ich meine, unser Körper tut weh. Und wir können vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sagen, dass der Schmerz real ist. Nun, es ist wahr, manchmal tut der Körper weh. Aber wer sagt, dass ein Lichtkörper keine Schmerzen haben kann? Der Lichtkörper ist reines Gewahrsein, und wenn er schmerzt, dann liegt das an einer Intensivierung der Empfindung in diesem Feld des Gewahrseins. Die andere Art, wie wir eine solche Intensivierung erfahren können, ist durch Vergnügen.
Nondual Love: Awakening to the Loving Nature of Reality, S 64
A. H. Almaas „Liebe jenseits der Dualität“, S. 89
Das vermutest du. Aber aus der Perspektive der göttlichen Liebe erkennt man, dass der Körper nicht so fundamental ist wie die Präsenz. Solange man sich mit dem Körper identifiziert, scheint er die fundamentale Basis zu sein, und alles andere geschieht mit ihm oder aus ihm heraus. Aber wenn du dich auf einem tieferen Grund befindest, wenn du dich auf der Ebene der göttlichen Liebe oder in tieferen Dimensionen wie des Höchsten oder des Absoluten siehst, dann befindet sich deine Identität an einem Ort, der das Physische enthält, aber tiefer geht. Dann erkennst du, dass alles Bewusstsein aus dieser tieferen Dimension kommt. Nicht aus dem Körper. Du kannst dir vorstellen, dass der physische Körper der Seele vielleicht mehr Unterscheidungsvermögen und Differenzierung verleiht, als die Seele selbst haben kann. Während wir jedoch physisch leben und lernen, uns selbst physisch zu verwirklichen, kann unsere Seele vielleicht eine Fähigkeit zur Unterscheidung und Erfahrung entwickeln, die sie zuvor nicht hatte und die sie dann nutzen kann, wenn der Körper gegangen ist. Wir haben dann den Lichtkörper, von dem ich vorhin gesprochen habe. Das ist ein anderer, ein spiritueller Körper.
Nondual Love: Awakening to the Loving Nature of Reality, S. 76
A. H. Almaas „Liebe jenseits der Dualität“, S. 103
Aber wenn wir die grenzenlosen Dimensionen, die grenzenlose Welt des Seins verstehen, dann erkennen wir, dass die Welt, in der wir leben, tatsächlich ein Ausdruck der Reinheit des Seins ist. Wir beginnen zu sehen, dass die physische Welt – und selbst die Welt des Streits, des Schmerzes und des Leidens – keine vom göttlichen Sein getrennte Welt ist, weil sie nicht von der Liebe oder vom Bewusstsein getrennt ist. Die physische Welt ist das göttliche Sein, nur aus einer begrenzten Perspektive heraus betrachtet. Genauso verhält es sich mit dem menschlichen Wesen, der menschlichen Seele. Wir können uns aus einer begrenzten oder aus einer offenen Perspektive heraus erleben. Wenn wir uns aus einer offenen Perspektive heraus sehen, sind wir Licht, ein Körper aus Licht. Dann sind wir Präsenz und Fülle, Bewusstheit und Sein (beingness). Wenn wir uns dagegen aus der begrenzten Perspektive unserer Bilder und Identifikationen heraus betrachten, dann werden wir zu einem klobigen physischen Körper mit einer problematischen Persönlichkeit.
So wie es ein wahres und ein falsches Selbst gibt, so gibt es auch eine wahre und eine falsche Welt. Genauso wie die gewöhnliche Persönlichkeit das falsche Selbst ist, ist die gewöhnliche Welt die falsche Welt. Und die wirkliche Welt ist nicht irgendwo anders, so wie auch das wirkliche Selbst nirgendwo anders ist. Es ist nur eine Frage der Korrektur der eigenen Perspektive. Wenn wir die Dinge unverstellt betrachten, beginnen wir die Welt so zu sehen, wie sie ist.
Nondual Love: Awakening to the Loving Nature of Reality, S. 120
A. H. Almaas „Liebe jenseits der Dualität“, S. 150
